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Babyboom in der Kreisklinik
 

803 Geburten im Jahr 2016

2016 kamen in Mühldorf so viele Babys zur Welt wie in den letzten 35 Jahren nicht mehr. Mit 803 Geburten stoßen aber auch die Geburtshelfer und Hebammen an ihre Grenzen.

 Alle Hände voll zu tun haben die geburtshelfer Dr. Anrea Wittmann, Dr. Helge Landsmann,  Dr. Anja Eisler ,  Dr. Florian Starflinger  und  Dr. Arno Hutter  (von links) angesichts des ständig steigenden Geburtenzahlen in der  Kreisklinik Mühldorf . °Foto copyright OVB

Alle Hände voll zu tun haben die geburtshelfer Dr. Anrea Wittmann, Dr. Helge Landsmann, Dr. Anja Eisler, Dr. Florian Starflinger und Dr. Arno Hutter (von links) angesichts des ständig steigenden Geburtenzahlen in der Kreisklinik Mühldorf. °Foto copyright OVB

Mühldorf – Der Trend setzt sich fort. Lag vor zehn Jahren die Geburtenzahl in Mühldorf noch bei rund 500, waren es 2014 schon über 670. Mit 803 Geburten im Jahr 2016 steigerte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um knapp 20 Prozent.

„Das ist schon enorm, wenn man bedenkt, dass wir uns vor ein paar Jahren noch Gedanken über die Rentabilität der Entbindungsstation gemacht haben“, sagt Dr. Florian Starflinger, der als einer von insgesamt fünf Geburtshelfern in der Klinik tätig ist. Der Anstieg ist im Bayern-Vergleich nicht nur überproportional hoch, er lässt die Abteilung langsam auch räumlich an ihre Grenzen stoßen. Erste Pläne für einen vierten Kreißsaal liegen deshalb bereits in der Schublade der Klinikleitung.

Was den Geburtshelfern aber noch mehr zu schaffen macht, ist die zunehmende Arbeitsbelastung – für das Pflegepersonal, für die freiberuflichen Hebammen und nicht zuletzt für sie selbst. „Geburtshelfer bitte melden“, sagt Starflingers Kollege Dr. Helge Landsmann. „Wir würden lieber heute als morgen jemand einstellen.“

Das Belegarztsystem, wie es in Mühldorf auf der Entbindungsstation praktiziert wird, ist ohnehin eine Ausnahmeerscheinung. „In ganz Deutschland gibt es nur rund 90 Geburtshelfer, die entsprechende Einzelverträge bei Haftpflichtversicherungen abgeschlossen haben“, sagt Starflinger. „Fünf davon sitzen hier.“ Kollegin Dr. Anja Eisler glaubt, dass sich der Trend der steigenden Geburtenzahlen in Mühldorf weiter fortsetzen wird. Drei Faktoren tragen ihrer Meinung nach dazu bei. Zum einen sind unter den werdenden Müttern zahlreiche Asylbewerber, 53 waren es im vergangenen Jahr.
 

„Der Trend geht zum Dritt- und Viertkind.“ Hebammen-Sprecherin Erika Denkl

Zum zweiten sei auch die Zahl der Patienten gestiegen, die „wir durch die komplette Schwangerschaft begleitet haben und die dann auch hier entbinden wollen.“ Der Einzugsbereich reiche inzwischen von Simbach über Rosenheim bis nach Dorfen.

Dritter Faktor sei die Bevölkerungsentwicklung in Mühldorf: „Die Stadt wächst und wächst. Vor allem viele junge Familien ziehen hierher. Das spiegelt sich natürlich auch in der Geburtenstatistik wider.“

Klinik-Geschäftsführer Heiner Kelbel führt die steigenden Geburtenzahlen auch auf die Gesamtentwicklung des Krankenhauses zurück. 16 300 Behandlungsfälle weise die Statistik für 2015 aus, 17 400 seien es 2016 gewesen. „Und schon jetzt im Januar liegen wir bei den Fallzahlen wieder über dem Vergleichsmonat des Vorjahres.“ Über Jahre habe man am guten Ruf des Hauses gearbeitet. „Jetzt ernten wir in vielen Bereichen.“

Und besonders auf der Entbindungsstation. „Bei Patientenumfragen liegt die Station 1.3 immer ganz vorne“, bestätigt auch Chefarzt Dr. Wolfgang Richter. „Selbst auf unabhängigen Bewertungsseiten im Internet fallen die Kommentare fast durchweg positiv aus. Das ist schon ein Zugpferd des Hauses.“

Auch Hebammen-Sprecherin Erika Denkl freut sich über die steigenden Geburtenzahlen. „Aber die Freude würde noch größer ausfallen, wenn wir uns die Arbeit besser aufteilen könnten.“ Seit einem Jahr sei man auf der Suche nach Verstärkung für das Team. „Die Stellenanzeige läuft und läuft.“ Immerhin: Im Januar trat eine weitere Hebamme ihren Dienst in Mühldorf an, damit erhöht sich die Zahl der Hebammen auf sieben. „Den Dienst in der Kreisklinik bekommen wir damit ganz gut geregelt“, sagt Denkl. „Was uns wirklich Sorgen bereitet, ist die Arbeitsbelastung bei der Nachsorge der Mütter und Babys zu Hause.“

Unterdessen macht die Hebammensprecherin noch einen weiteren Grund für die Entwicklung der Geburtenzahlen aus: „Der Trend geht zum Dritt- und Viertkind.“

 

Artikel aus dem OVB. © OVB

 
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